Kurz – Geschichtliches über die Messe in Leipzig
Woher kommt den nun der Begriff – Messe? Wenn Sie auch zu Kirche tendieren, ist das richtig. Der ganze Gottesdienst erhielt den lateinischen Namen “Missa”, abgeleitet von der Aufforderung an die Gemeinde, die Kirche zu verlassen “Ite, missa est”. Schließlich nach solch einer Messe boten Händler und später sogar Kaufleute auf Märkten an der Kirche oder in der Nachbarschaft ihre Waren aus der Ferne zum Verkauf an und damit übertrug sich das Wort Messe auf diese immer größeren Märkte.
Obwohl der Begriff der Messe in Verbindung mit Leipzig erst zum Ende des Mittelalters (500 – 1500) auftrat, wird 1165 als Geburtsjahr für die Leipziger Messe angegeben. Dies ist die früheste Erwähnung des Marktrechtes in Zusammenhang mit der Stadtgründung Leipzigs durch den Markgrafen Otto von Meißen.
Erasmus Sarcerius war ein lutherischer Theologe und Reformator, er schrieb 1537
“An Häuserpracht überragt Leipzig
alle Städte Deutschlands.
Die Häuser sind ganz aus Stein,
innen mit Holz getäfelt,
außen schön und kunstvoll bemalt.”
Er kannte zu diesem Zeitpunkt bereits Nürnberg, Augsburg, Frankfurt am Main, auch Lübeck und Bremen, welche ja die Hansestädte an der Küste waren. Dabei standen noch nicht einmal die Alte Waage und das Alte Rathaus am Markt.
Der Übergang zur Ziegelbauweise erfolgte erst um 1500. Nach verheerenden Stadtbränden erließ der Rat 1457 die neue Bauordnung, Stroh durch Dachziegel und Holz durch Ziegel zu ersetzen. Der Straßenzustand war im Jahr 1519 auch noch nicht der beste, Luther beschrieb nämlich seinen Weg von der Hainstraße zur Pleißenburg (Neues Rathaus) so: “… durch Jauchenpfützen, über Abfallberge, Misthaufen suchen … und scharrenden Hühnern und im Dreck wühlenden Schweinen ausweichen”. Und zu diesem Gegensatz präsentieren sich die Handelshäuser… Diese mussten auch praktisch sein und Platz hergeben für Speicher, Fremdenzimmer, Stallungen für Pferde.
Vom Misthaufen weg zum “ietztlebende Leipzig 1701“. (Man beachte die Schreibweise). Das war nämlich der Vorgänger unseres Leipziger Telefonbuches!
Apropos Buch: Vor dem Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) fanden sich so um die 200 Buchhändler auf einer Messe ein. Nach dem Siebenjährigen Krieg, 1764, erklären elf davon, “daß unßere Meßen von allen Buchhändleren Deutschlands, den Dänischen, Schwedischen, Rußischen, Pohlnischen, Holländischen usw. gebraucht werden”!
Also auf zur nächsten Buchmesse vom 12.03. bis 15.03.2009!
